Shirtee.cloud Blog

Deckungsbeitrag bei Print on Demand berechnen

Ein Verkauf ist erst dann wirtschaftlich interessant, wenn nach den direkt zugehörigen Kosten noch etwas übrig bleibt. Der Deckungsbeitrag pro Bestellung zeigt dir, welcher Betrag zur Deckung deiner laufenden Fixkosten beitragen kann. Damit kannst du Preise, Rabatte und Werbeausgaben genauer beurteilen als mit dem Blick auf den Umsatz allein.

Die folgende Rechnung ist ein vereinfachtes Planungsmodell. Alle Beträge sind frei erfunden, keine Preise von Shirtee.Cloud und auf derselben Basis ohne Umsatzsteuer dargestellt. Der Beitrag behandelt weder steuerliche Pflichten noch die rechtliche Gestaltung von Preisen.

Trenne Bestellkosten und Fixkosten

Variable Kosten entstehen durch die einzelne Bestellung oder verändern sich mit ihr. Dazu können Produkt und Veredelung, Versand, Zahlungsabwicklung, Verkaufsgebühren und bestellbezogene Branding-Kosten gehören. Welche Positionen tatsächlich anfallen, hängt von deinem Setup ab.

Fixkosten laufen innerhalb eines betrachteten Zeitraums auch dann weiter, wenn keine Bestellung eingeht. Beispiele sind eine monatliche Shopgebühr oder ein fest gebuchtes Softwarepaket. Manche Kosten sind gemischt. Trenne dann den festen Anteil vom bestellabhängigen Anteil, statt beide pauschal einer Gruppe zuzuordnen.

Halte für jede Position fest, woher der Wert stammt und wann du ihn geprüft hast. Aktuelle Rechnungen, Gebührenübersichten und die tatsächlich gewählte Produktkonfiguration sind belastbarer als alte Screenshots.

Rechne zuerst ohne Werbekosten

Die Ausgangsformel lautet: Bestellerlös minus variable Bestellkosten gleich Deckungsbeitrag vor Werbung. Zum Bestellerlös gehören in diesem Modell der tatsächlich berechnete Artikelpreis nach Rabatt und ein gegebenenfalls berechneter Versandbetrag.

Ein vollständig fiktives Beispiel

Eine Bestellung enthält ein T-Shirt. Die angenommenen Werte lauten:

  • Artikelumsatz nach Rabatt: 30,00 Euro
  • Berechneter Versand: 4,00 Euro
  • Gesamter Bestellerlös: 34,00 Euro
  • Produkt und Veredelung: 15,00 Euro
  • Versandkosten: 5,00 Euro
  • Zahlungs- und Verkaufsgebühren: 1,20 Euro
  • Planungsreserve für variable Problemkosten: 0,80 Euro

Die variablen Kosten betragen zusammen 22,00 Euro. Von 34,00 Euro Erlös bleiben damit 12,00 Euro Deckungsbeitrag vor Werbung. Die Reserve ist eine frei gewählte Annahme für dieses Beispiel, keine branchenübliche Retouren- oder Reklamationsquote.

Prüfe deine echten Versandannahmen nach Produktkombination und Zielland. Die Versandinformationen von Shirtee.Cloud sind dafür ein Ausgangspunkt. Übernimm nur Konditionen, die für deine konkrete Bestellung und den aktuellen Stand gelten.

Berücksichtige die Kundengewinnung

Ordnen wir der Beispielbestellung 6,00 Euro Werbekosten zu, bleiben 6,00 Euro Deckungsbeitrag nach Werbung. Dieser Betrag steht anschließend zur Deckung der Fixkosten zur Verfügung. Er ist noch kein Unternehmensgewinn.

Bei Werbung brauchst du eine konsistente Zuordnung. Teile beispielsweise die Ausgaben einer abgegrenzten Kampagne durch die ihr nachvollziehbar zugeordneten Bestellungen. Notiere den Zeitraum und die Zuordnungslogik. Wenn verschiedene Berichte dieselbe Bestellung beanspruchen, darfst du sie in deiner Gesamtbetrachtung nicht mehrfach zählen.

Unterscheide außerdem neue und wiederkehrende Kundschaft. Eine günstige Wiederbestellung kann den Durchschnitt verbessern, ohne zu zeigen, dass die Gewinnung neuer Kunden bereits wirtschaftlich funktioniert.

Teste Rabatte vor der Aktion

Ein zusätzlicher Rabatt von 3,00 Euro würde den verbleibenden Beitrag im vereinfachten Beispiel von 6,00 auf 3,00 Euro senken, sofern alle übrigen Positionen unverändert bleiben. In deiner echten Rechnung können umsatzabhängige Gebühren ebenfalls sinken. Berechne sie daher neu.

Lege mehrere Szenarien nebeneinander: regulärer Preis, geplanter Rabatt und höhere Werbekosten. Prüfe auch Bestellungen mit mehreren Artikeln. Weder Versand noch Gebühren müssen dabei exakt proportional zur Stückzahl steigen. Kalkuliere mit der tatsächlich erwarteten Zusammensetzung.

Verbinde die Bestellung mit deinem Monatsplan

Angenommen, deine betrachteten monatlichen Fixkosten betragen 240,00 Euro und jede Bestellung liefert wie im Beispiel 6,00 Euro nach Werbung. Dann wären rechnerisch 40 solche Bestellungen nötig, um diese Fixkosten zu decken. Andere Kosten, deine Arbeitszeit und abweichende Bestellungen sind dabei nicht berücksichtigt.

Verwechsle diese Rechnung nicht mit verfügbarer Liquidität. Zahlungen und Auszahlungen können zu unterschiedlichen Zeitpunkten erfolgen. Plane deshalb zusätzlich, wann du welche Beträge tatsächlich bezahlen musst und wann Erlöse auf deinem Konto verfügbar sind.

Erstelle für den Anfang eine Zeile pro typischer Bestellung. Aktualisiere Annahmen mit echten Abrechnungen und überprüfe die Kalkulation bei Preis-, Gebühren- oder Versandänderungen. So wird der Deckungsbeitrag zu einer praktischen Entscheidungshilfe für dein nächstes Produkt und deine nächste Aktion.